Sparen ja - aber nicht an der Sicherheit

Verletzungsgefahr beim Unfall mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 58 km/h bzw. 69 km/h. Quelle: DEKRA

18 Prozent der Autofahrer bereit, Billigreifen zu montieren um Geld zu sparen - das ergab eine Umfrage der DEKRA. Wir zeigen auf, welche Folgen das hat:

Überall wird gespart – auch und gerade bei den Kosten, die rund ums Auto anfallen. Da wundert es kaum, dass eine Umfrage der DEKRA ergab, dass 18 Prozent der Befragten bereit sind, Billigreifen zu fahren, um Geld zu sparen. Doch die Folgen wären verheerend: Bei Fahrzeugen mit Billigreifen steigt das Unfallrisiko und die Aufprallgeschwindigkeit im Falle eines Unfalls.

Der Anhalteweg setzt sich aus dem Weg für die Reaktionszeit und der Bremszeit zusammen. Die Reifen greifen dabei erst nach dem Tritt auf die Bremse in das Geschehen ein. Schaut man sich die Zahlen des aktuellen Sommerreifen-Tests der Stiftung Warentest an, zeigt sich, dass der Bremsweg des Testsiegers auf nasser Fahrbahn bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ganze 38 Meter kürzer ist als der des schlechtesten Reifens. Während das erste Fahrzeug schon steht, rast das zweite mit einer Restgeschwindigkeit von ca. 60 km/h in das Hindernis.

Untersuchungen der DEKRA ergeben, dass Unfälle mit Billigreifen schlimmere Folgen haben als solche mit Qualitätsreifen. In einer Testsituation wurde folgender Unfall nachgestellt: Ein Pkw mit 101 km/h bemerkt in einer Entfernung von 72,5 Metern einen kreuzenden Sattelzug. Nach der Reaktionszeit (eine Sekunde = 28 Meter) verbleiben für den Bremsweg noch 44,5 Meter.

• Mit Qualitätsreifen konnten auf dieser Strecke 43 km/h abgebaut werden, so dass die Restgeschwindigkeit bei der Kollision 58 km/h betrug.

• Mit Billigreifen hätten auf derselben Strecke nur 32,2 km/h abgebaut werden können, so dass die Restgeschwindigkeit bei der Kollision 68,8 km/h betragen hätte.

Bei diesem Test wird deutlich, welche Sicherheitsreserven Qualitätsreifen aufweisen: Während die Fahrgastzelle bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 58 km/h unversehrt bleibt, werden A- und B-Säule sowie der Schweller bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 68,8 km/h beschädigt. Im Klartext heißt das für die Insassen:

• Mit Qualitätsreifen besteht für Fahrer und Beifahrer ein geringes Verletzungsrisiko (Fahrer: geringes Verletzungsrisiko im Rumpfbereich sowie in den Füßen und im rechten Bein / Beifahrer: geringes Verletzungsrisiko im Brustbereich). Beide hätten das Fahrzeug ohne Hilfe verlassen können.

• Mit Billigreifen wären dauerhafte Schädigungen insbesondere des Fahrers wahrscheinlich: Bei diesem besteht gerade im Becken- und Oberschenkelbereich eine hohe Verletzungsgefahr, während der Beifahrer ein geringes Verletzungsrisiko im Rumpfbereich sowie in den Beinen zu erwarten hätte.

Das Fazit der Verkehrsexperten: Je besser die Bereifung, desto höher die Überlebenschance.


 

 

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